| DAS "HAUS DER BEGEGNUNG" HEUTE

40 Jahre nach ihrer Zerstörung, 1984, hat also die ehemalige Dreifaltigkeitskirche nach zweijähriger Bauzeit ihre neue Gestalt und neue Aufgabe gefunden. Dazu schrieb der damalige Prälat D. Helmut Aichelin:
"Es ist ja nicht irgendein Gebäude, das hier wiedererstellt wurde. Es geht auch nicht nur darum, daß eines der letzten, in der furchtbaren Bombennacht des Zweiten Weltkrieges zerstörten öffentlichen Bauwerke nun wieder in neuer Schönheit erstrahlt. Es ist eine Stätte von tief in die Geschichte hinabreichender Bedeutung für unsere Stadt. Das alte Klosterareal - die evangelische Predigtkirche mit ihrer, wie alte Ulmer zu rühmen wissen, wundervollen Akustik - die Ruine, die stumme Zeugin von menschlichem Wahn und menschlicher Schuld - das alles sind geschichtliche Stationen auf dem Boden, auf dem jetzt in äußerlich vertrauten Formen von Chor, Turm und Kirchenraum ein Zentrum der Begegnung entstanden ist.
Für eine zweifache Begegnung soll dies Haus seine Tore öffnen. Für die Begegnung mit dem Evangelium, mit Gottes guter Botschaft, angesichts der persönlichen und angesichts der öffentlichen Fragen, die Menschen unserer Zeit bewegen. Und für eine Begegnung von Menschen untereinander in ernsten und in gelösten Stunden ihres Lebens."
Im angezeigten Sinne hat sich das Haus allen interessierten Menschen geöffnet und ist dabei auf große Gegenliebe gestoßen: so kommen hier Menschen aller Schichten und Altersgruppen, Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen zusammen; bis zu 100.000 im Jahr werden gezählt.
Die Verantwortung für die hier geleistete umfangreiche Arbeit wird von einem Pfarrer der Münstergemeinde als Geschäftsführer wahrgenommen. Ihm steht ein Team zur Seite, das sich aus einer Sekretärin, einem Hausmeister, einer Teilzeitkraft als Hausmeister, zwei Zivildienstleistenden sowie zwei weiteren Teilzeitarbeitskräften zusammensetzt. Hinzu kommen eine große Anzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die gewährleisten, daß das Haus den Anforderungen des täglichen Veranstaltungsdienstes auch gewachsen ist. Ein dreiköpfiger Verwaltungsausschuß steht dem Pfarrer und Geschäftsführer bei anstehenden Personal- und Verwaltungsfragen zur Seite.
Das vom Haus selbst verantwortete Veranstaltungsangebot, das von einem Beirat mitberaten wird, reicht von einer Vielzahl von Vorträgen und Seminaren über die verschiedenen Problemfelder unserer Gesellschaft hin zu Musikveranstaltungen, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen kultureller Art. Vielfältig ist auch das Angebot im Bereich von Meditation, Spiel, Tanz und Theater. Werk- und Bastelkurse fördern die Kreativität und zugleich den Gemeinschaftssinn, und auch für die Senioren wird mit einem Sonderprogramm gesorgt.
Ergänzt wird dieses Angebot durch Veranstaltungen zahlreicher kirchlicher Gruppen, die die Räumlichkeiten im "Haus der Begegnung" für sich nutzen.
Diesem in kirchlicher Verantwortung stehenden Veranstaltungsangebot steht eine umfangreiche Palette von nicht-kirchlichen Gruppen und Initiativen gegenüber, die regelmäßig im "Haus der Begegnung" zusammenkommen. Dies beginnt bei zahlreichen Gruppen aus dem sozialen Bereich, setzt sich fort über etliche Selbsthilfegruppen und zieht sich hin bis zu Frauengruppen und Menschenrechtsinitiativen.
Darüber hinaus genießt eine Vielzahl von Gruppen und Initiativen von Zeit zu Zeit Gastrecht in der neu ausgebauten Dreifaltigkeitskirche. Gruppen der kirchlichen Ökumene treffen sich hier ebenso wie Charismatiker, Anthroposophen oder ausländische Volksgruppen. Auch Stadt und Universität, Banken und Reisebüros, der Deutsche Alpenverein oder der Bund Deutscher Architekten tauchen - neben vielen anderen - als Nutzer des Begegnungszentrums auf. Kurzum: das Haus ist ein buntes Spiegelbild unserer Gesellschaft an der Wende des Jahrtausends.
Interessenten wenden sich bitte an das Sekretariat des Hauses, an jenen Ort, wo die komplizierte Belegungslogistik zusammenläuft.
Auch beherbergt das Haus wichtige Anlaufpunkte evangelischer Einrichtungen: das Büro des Ev. Kreisbildungswerkes Ulm/Blaubeuren, das Archiv der Ulmer Prälatur sowie die Ev. Medienstelle mit ihrem reichhaltigen Angebot an Büchem, Bild- und Tonträgern. Deren Adressen und Anlaufzeiten entnehmen Sie bitte dem Impressum des Veranstaltungsprogramms des Hauses der Begegnung, das zweimal pro Jahr erscheint und an allen öffentlichen Plätzen der Stadt Ulm aufliegt, solange der Vorrat reicht. |